Dressed Muffins

Bevor wir mit dem Spaß anfangen und ich euch meine Lieblingsrezepte und die unterschiedlichen Arten einen Cupcake zu dekorieren verrate, lasst uns ein wenig Begriffsklärung treiben.

Also was ist denn eigentlich ein Cupcake? Als wir uns so den Namen überlegt haben (wer wir sind, erfahrt ihr hier), stellten wir uns diese Frage gefühlt hundert Mal. Wir wussten zwar, dass Cupcake und Muffin zwei verschiedene Paar Schuhe sind, aber wie anderen erklären, worin sich die beiden Backwerke unterscheiden, wussten wir nicht. Da fiehl das erste Mal diese Wortkombination – Cupcakes sind “dressed muffins”.

Also ist ein Cupcake eigentlich “angezogener”, sprich geschmückter Muffin? Jetzt nickt die eine Hälfte meiner Leser vermutlich, während die anderen, die “Cupcake-Kenner” entrüstet den Kopf schütteln. Den Kopf-Schüttlern sage ich “Zurecht!”, denn so ganz einfach ist es dann doch nicht. Was ist jetzt nun der Unterschied, fragt ihr? Es gibt ganze drei Punkte, die beweisen – Cupcakes sind KEINE Muffins.

Punkt 1.  – Die Geschichte

Muffins

Muffins, diese Muffins (↓) die wir hierzulande alle kennen und lieben. Diese Kalorienbombe mit leckerem, vollem Schokoladengeschmack, also diese Muffins:

Muffin
American Muffins

Das sind die amerikanischen Nachkommen der englischen Muffins. Die englischen Muffins, auch tea cakes genannt kamen wiederum ursprünglich aus der germanischen Region. Es wird vermutet, dass der Name “Muffin” von dem alten niederdeutschen Wort “Muffe” kommt, was Kuchen bedeutet (Encyclopedia of American Food and Drink, John F. Mariani [Lebhar-Freidman Books:New York] 1999 (p. 211)).  In England hatten die Muffins eine lange Tradition, während der industriellen Revolution waren sie als Snacks der Arbeiterschaft berühmt geworden.  So dass in den 18. – 19. Jahrhundert sich ein spezieller Beruf entwickelt hat – The Muffin Man. Die Aufgabe des Muffin Man war es damals die kleinen Küchlein in den Straßen zu verkaufen oder mit einer Glocke ankündigend, gegen die Tea-Time in umliegende Haushalte auszutragen. Daher also auch der Zweitname des Backwerks – Tea Cakes. Die Muffin Men waren sehr beliebt und ihr Beruf wurde sogar in einem bis heute berühmten Spielgesang verewigt.

“Oh, do you know the muffin man,
The muffin man, the muffin man,
Do you know the muffin man,
Who lives in Drury Lane?”

Englische Muffins sind übrigens Hefe-Küchlein, die auf der heißen Eisenguß-Platte gebacken werden. Außer Mehl und Eiern haben diese Muffins, nichts mit der amerikanischen Art zu tun, auch nicht das Aussehen.

English Muffin
English Muffin

Im 19, Jahrhundert brachten englische Siedler die Muffins mit nach Amerika, wo sie ihr zweites Leben begannen. Die English Muffins ihrerseits wurden von Samuel Bath Thomas, einem englischen Bäcker unter diesem Namen in New York eingeführt und verkauft. In Großbritannien findet man derweil diese Muffins nicht mehr unter dem Namen vor, ähnliche Küchlein werden “crumpets” genannt. Wie auch immer, in der populären Back-Show  Britain Bake off (00:20:00) kommen sie genau unter dem Namen vor, inklusive einem historischen Hintergrund, den ich hier kurz angerissen habe.

Cupcakes 

Die Cupcakes tauchten erst viel später, nach dem Ende des ersten Weltkrieges auf. Jedoch wurden sie aus einem ähnlichen Grund erfunden, wie die Muffins, man brauchte einen Snack, der leicht zuzubereiten, portioniert,  und handlich war. Also machte man große  Rührkuchen klein und tadada, da waren Sie, die köstlichen Stars der 1990er, die ewigen Nebendarsteller von Sarah Jessica Parker in der Kult-Serie “Sex and the City” – die Cupcakes.

Hortensien-Cupcake
Hortensien-Cupcake mit Schmetterling – eigene Kreation

Über die Herkunft des  Namen streiten sich die Geister. Die einen sagen er käme von der Umstellung der Maßangaben für Zutaten von Gewicht auf Volumen, gemessen in “Cups” – Tassen. Die andere Theorie besagt, dass die Cupcakes zunächst in Tassen gebacken wurden und daher den Namen erhielten. Was wahr ist, werden wir wohl nie erfahren.

In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg gewannen die kleinen Schmuck-Küchlein zunehmen an Popularität wurden mit den Marken wie Hostess Cupcake auch komerziell vermarktet. Der größte Cupcake-Hype kam aber erst mit der bereits erwähnten Serie “Sex and the City” und bescherte der Gourmet-Bäckerei – “Magnolia Bakery”, nicht endende Kunden-Schlangen. Alle wollten diese Köstlichkeiten aus dem Fernsehen auch probiert haben. In den nachfolgenden Jahren schossen Cupcake-Läden wie Pilze aus dem Boden. Manche  bauten so schnell neu Filialen auf, dass sie die Macht des Cupcakes überschätzen, wie Crumbs z.B. So sehr ich die auch mag, sind es schließlich nur Cupcakes.

In Deutschland kommen sie jedenfalls ziemlich verspätet an, finden aber gefühlt immer mehr Zuspruch.

Punkt 2 –  die Zubereitung

Ja, auch in der Zubereitung unterscheiden sich die beiden. Auch wenn für die amerikanischen Muffins als Backtriebmittel nicht mehr wie ursprünglich Hefe, sondern Backpulver oder Soda verwendet wird, ähneln sie doch ziemlich doll einem Brotgebäck.  Sie werden außerdem typischerweise mit vielen Nüssen oder Schokoladenstückchen gemacht, vermutlich weil ihr primärer Zweck eben  die Sättigung war. Wie gesagt, Cupcakes sind kleine Rühr-Kuchen, wobei Muffins eher als Frühstück oder Snack gedacht waren.

Die deutlichste Definition des Unterschieds habe ich nach kleiner Recherche bei Cupcakes Take The Cake  gefunden.

“The quick-and-dirty answer on this is that cupcakes have frosting, whereas muffins do not. However, in researching, I found an excellent formulaic definition of the difference courtesy of Diana’s Desserts: “A basic formula for muffins is 2 cups flour, 2-4 tablespoons sugar, 2½ teaspoons baking powder, ½ teaspoon salt, 1 egg, ¼ cup oil, shortening or butter and 1 cup milk. When the fat, sugar and egg ratio in a recipe reaches double or more than this, you have reached the cake level.”

Cupcakes entarnen sich somit, trotz ihrer niedlichen Optik, als ziemlich gefährlich, wenn man auf die Linie achten möchte. Die zusätzlichen Fett, Zucker und Eier bei gleicher Menge Mehl führen aber auch dazu, dass der Teig bei den Cupcakes viel luftiger und lockerer, gleichzeitig aber auch viel “sanfter” im Geschmack ist. Übrigens, würde ich Cupcakes nie mit Öl oder Margarine machen, denn es schmeckt einfach ganz ganz anders.

Punkt 3 – Optik

Optisch unterscheiden sie die Cupcakes, wie die Bilder zeigen deutlich von den Muffins, welcher Art auch immer.  Da die mit den amerikanischen verwechselt werden, lasse ich die englischen bei dem Vergleich mal raus.

Muffins müssen aus den Papierförmchen, in den sie gebacken werden förmlich rausquellen. Das liegt unter anderem daran, dass in die Muffins mehr Backtriebmittel reinkommen und weniger von den eben erwähnten Eiern und Co. Das führt zu einer pilz-ähnlichen Optik.

Die Cupcakes dagegen, waren von vorneherein als ein Dessert gedacht. Daher sind  auch die klassischen Arten, geschweige den die Gourmet-Varianten viel feiner. Sie sind viel flachen und akkurater gebacken und haben immer ein  eine Creme-Haube oder eine Glasur – auf Neu-Deutsch Topping oder Frosting. Meistens sind diese auch gefüllt.

Das war’s für heute. Uff…Ich glaube, ich habe noch nie “Muffin” und “Cupcake” so oft in einem Text benutzt. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und Ihr wisst jetzt was den Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes ausmacht. Ein Kommentar ist mir übrigens immer willkommen.

Bis zum nächsten Mal!

Eure Lena

Quellen:

DoughPuncher Blog: American Muffin Recipe, URL:  http://bit.ly/1BrD1kD

Foodtimeline: FAQs: mozzarella cheese to yogurt, URL: http://bit.ly/1u7q6Ou

Pepper, Louise (2012): Much Muffins. Louise Pepper.

Cupcake take the cake: Muffins vs. Cupcakes Redux,  URL: http://bit.ly/1yidYj0

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